Weitsprung – Dreisprung – Staffel
Nach vielen guten Ergebnissen bei Deutschen Meisterschaften und Landesmeisterschaften konnte ich im September einen neuen sportlichen Höhepunkt genießen: die Teilnahme an den EMACS (European Masters
Athletics Championships) in Pescara in Italien.

Im Unterschied zu den Deutschen Meisterschaften muss man für die Masters EM keine Qualifikationsnorm erbringen, aber natürlich möchte man nicht nur teilnehmen und dann Letzter werden! Also hieß es nach einer langen Saison, die mit den Landes-Seniorenmeisterschaften im Juni und den Deutschen Masters im August schon zwei Höhepunkte hatte, noch einmal die Form gezielt für die EM Ende September aufzubauen. Das bedeutet 3-4mal Training pro Woche, oft bis 21 Uhr allein auf dem Platz, und auf den Sommerurlaub verzichten für die Italien-Reise. Leider musste ich international noch in der AK M50 starten, weil ich erst nach der EM den 55. Geburtstag feiern konnte. Also war ich bei meinen Starts immer der mit Abstand älteste Teilnehmer. Entsprechend gespannt war ich, ob alles aufgeht, was ich mir erarbeitet hatte. Die Rahmenbedingungen vor Ort waren mit Sonne und 24 Grad mehr als perfekt!

Am Dienstag sollte der erste Start die 4×100 Meter Staffel sein. Was für ein Traum, im Nationaltrikot für Deutschland eine Staffel zu laufen! Leider kam etwa um Mitternacht die Nachricht, dass die Staffel in der M50 nicht gemeldet wurde, weil nicht alle 4 Starter laufen konnten. Natürlich war ich traurig, habe aber trotzdem den Tag für ein Training genutzt und mich mit dem Stadion vertraut gemacht.

So kam erst am Donnerstag der erste scharfe Start im Weitsprung. Beim Einlaufen ins Stadion war das schon ein ganz besonderer Moment, jetzt wirklich bei einer internationalen Meisterschaft dabei zu sein! Bei dem starken Starterfeld war klar, dass ich nicht in den Endkampf kommen werde und mit 3 Versuchen ein gutes Ergebnis erreichen muss. Leider war dann der erste Versuch übergetreten. Aber Arvid (der zusammen mit Bianca mit im Stadion war) konnte mir Tipps geben und Mut machen, und der zweite Versuch war gültig – da fiel mir ein Stein vom Herzen! Im dritten Versuch konnte ich so aufs Ganze gehen, und erreichte mit 4,82m eine Saisonbestleistung und Platz 15 unter 19 Teilnehmern. Als Belohnung gab es ein kurzes Bad in der Adria und ein leckeres Abendessen.

Der Samstagmorgen begann für mich wie sonst nur für Frau Anschütz – ich war als Erster im Stadion und konnte noch kurz die Ruhe genießen! Der Dreisprung begann dann zwar auch mit einem Fehlversuch, aber
leider konnte ich mich nicht so steigern wie zwei Tage zuvor beim Weitsprung, und mit 9,63 m ähnlich weit springen wie bei der Deutschen Meisterschaft und Platz 16 von 20 Teilnehmern erreichen. Aber ein tolles
Erlebnis war, wie der führende Spanier dem zweitplatzierten tschechischen Starter Tipps gab und ihm eine Flasche Wasser reichte – gelebte sportliche Fairness auf allerhöchstem Niveau!

Schon eine Stunde später kam für mich das absolute Highlight und der Traum wurde wahr – die 4 x 400 Meter Mixed Staffel! Für Deutschland eine ganze Stadionrunde laufen! Leider war unser Startläufer zu schnell angegangen (ja, auch er war aufgeregt), so dass wir viel Zeit einbüßten. Auch ich musste (als dritter Läufer unserer Staffel) das Rennen nach dem Dreisprung gut einteilen, konnte zwar die Staffel von Estland einholen, musste sie aber leider vor dem Wechsel wieder ziehen lassen. Am Ende stand Platz 6 und ein ganz tolles Erlebnis bei der Europameisterschaft in Pescara als Lohn für jahrelanges konsequentes Training.

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